Kardinal gründet Rogamus-Stiftung

Kardinal gründet Rogamus-Stiftung für Berufungspastoral
Erzbistum Köln – neue Stiftung - Förderung geistlicher Berufungen

Köln. Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat unter dem Namen „rogamus“ eine Stiftung gegründet, die sich zukünftig nachhaltig verantwortlich zeigen kann für den gesamten Themenbereich Berufungspastoral. Darunter sollen z.B. die Gebetsgemeinschaft rogamus, die Anbetungskapelle im Maternushaus und das der Förderung geistlicher Berufungen gewidmete Sondervermögen des Erzbistums Köln fallen. Das Stiftungskapital der gemeinnützigen Treuhandstiftung stammt aus dem Privateigentum des Erzbischofs und aus zweckgebundenen Nachlässen an den Erzbischöflichen Stuhl.

„Mit der Stiftung werden wir Projekte finanzieren, die junge Frauen und Männer dabei unterstützen, Gottes Ruf an sie zu hören“, so Kardinal Woelki zum Start der Stiftung. Die Erträge der Stiftung sollen zukünftig dazu verwendet werden, die klassische Priesterausbildung zu ergänzen. Kardinal Woelki betonte, dass die Stiftung ausdrücklich jede Form von Berufung fördern soll und deshalb Angebote sowohl zur Förderung des priesterlichen und diakonalen Nachwuchses wie auch von Pastoral- bzw. GemeindereferentInnen dienen wird. „Es geht um die Zukunft der Kirche von Köln, die wir gemeinsam gestalten wollen. Es ist für uns überlebenswichtig, dass auch in Zukunft junge Menschen ihre Berufung zum besonderen Dienst in der Kirche entdecken. Vor dieser Herausforderung werde ich nicht weglaufen“, so Kardinal Woelki.

Zu den ersten Projekten gehören gemeinsame Fahrten mit Jugendlichen, die sich noch nicht auf einem der Ausbildungswege des Erzbistums befinden. „Junge Erwachsene sind heute oft lange unsicher, ob sie wirklich von Gott in seine spezielle Nachfolge gerufen sind“, so der Befund von Pfarrer Regamy Thillainathan, Direktor für Berufungspastoral im Erzbistum Köln. „Für diese Fälle wollen wir Angebote schaffen, uns als Gemeinschaft zwanglos kennenzulernen und Gleichgesinnte zu finden.“

Das geistliche Zentrum der rogamus-Stiftung ist die Kapelle des Maternushauses, in der künftig an allen 24 Stunden des Tages um Berufungen gebetet wird. Damit soll eine Brücke geschlagen werden zu der Gebetsgemeinschaft rogamus, die seit Jahren für geistliche Berufungen betet. (pek180104-dpi)

50 Jahre Ständige Diakone im Erzbistum Köln
Erzbistum Köln – Jubiläumsfeier – Festakt und Ausstellung

Köln. Im Jahr 2018 ist es 50 Jahre her, dass – als ein Ergebnis des Zweiten Vatikanischen Konzils - die ersten Ständigen Diakone im Erzbistum Köln geweiht wurden.

In Köln feiert man das Jubiläum mit einer Ausstellung und einem großen Festakt. Am 15. Januar findet die Vernissage der Ausstellung „Von Gott für die Menschen bestellt“ im Maternushaus statt. Im dortigen Lesesaal der Diözesan- und Dombibliothek wird Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp die Ausstellung um 19 Uhr eröffnen. Prof. Dr. Johannes Schelhas (Trier) hält den Eingangsvortrag. Die Ausstellung kann man bis Ende April 2018 besuchen. Am 17. Januar feiert das Erzbistum Köln das 50-jährige Jubiläum mit einem Pontifikalamt mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki um 16 Uhr im Kölner Dom mit anschließendem Festakt mit geladenen Gästen im Maternushaus. Vom 16. bis zum 18. Januar findet im Erzbistum Köln parallel die Bundestagung der Arbeitsgemeinschaft Ständiger Diakonat in Deutschland statt.

Der Dienst des Diakons gliedert sich in Caritas, Liturgie und Verkündigung. Der Diakonat war in der abendländischen Kirche bis zum 5. Jahrhundert eine blühende Einrichtung, erlebte aber danach einen langsamen Niedergang, bis er schließlich nur mehr Durchgangsstufe für die Kandidaten zur Priesterweihe wurde. Erst das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) führte den Beruf des Ständigen Diakons als eigenständige hierarchische Stufe wieder ein. Die Diakonenweihe kann seitdem verheirateten und zölibatär lebenden Männern erteilt werden. 1968 führte das Erzbistum Köln als erste Diözese weltweit den Beruf des Ständigen Diakons ein: Am 28. April wurden in dem Jahr die ersten fünf verheirateten Männer im Kölner Dom geweiht. Ihnen sind allein im Erzbistum Köln bislang mehr als 400 weitere gefolgt. (pek180104-sam)



50 Jahre Ständige Diakone – Seelsorge im Gefängnis
Erzbistum Köln – Video-Serie – Ständige Diakone stellen sich vor

Ein verheirateter Mann, der in einer katholischen Kirche ein Kind tauft? Ein Seelsorger, der Meditation im Gefängnis anbietet? In unserer Video-Serie „Ärmel hoch und Hände falten“ begleiten wir in loser Reihenfolge Ständige Diakone aus dem Erzbistum Köln, denn kommenden Januar feiert die Erzdiözese das 50-jährige Jubiläum des Ständigen Diakonats.

Zum Videoclip: https://youtu.be/30POCkK5UW4

Sitzen bleiben! Meditation im Gefängnis mit Diakon Bruno Liesenfeld

Siegburg. Im Gefängnis in Siegburg schlägt Bruno Liesenfeld seine Klangschale an. Einmal, zweimal, dreimal. Stille. Häftlinge und Ehrenamtliche sitzen auf Yogakissen in der Kirche der Justizvollzugsanstalt (JVA), die Hände auf den Oberschenkeln, die Augen geschlossen. Dreimal 15 Minuten Schweigemeditation – der Ständige Diakon leitet die Häftlinge wöchentlich an. Einmal pro Monat kommen außerdem die Teilnehmer von draußen zur Zen-Gruppe dazu.

„Die Inhaftierten gehen nach der Meditation anders auf ihre Zellen zurück“, erklärt Liesenfeld. Der schlanke 63-Jährige strahlt Ruhe aus, während er in seinem Büro im Haus 1 der JVA sitzt, die Beine locker übereinandergeschlagen, die Augen freundlich, das Lächeln entspannt. In ihren Zellen seien die Männer oft stundenlang alleine, sagt er. Meditation könne dazu beitragen, dass sie in dieser Zeit über ihr Leben reflektierten anstatt einfach nur fernzusehen. „Außerdem haben viele im Gefängnis Schlafprobleme. Auch da helfen die Übungen.“

Seit 13 Jahren arbeitet Liesenfeld, Vater von drei erwachsenen Kindern, als Ständiger Diakon im Gefängnis in Siegburg. Er trifft Häftlinge zu Einzelgesprächen, bietet Malwerkstätten an, gestaltet Gottesdienste in der Gefängniskirche, leitet die Meditationsgruppe und betreut Ehrenamtliche, die in die JVA kommen, damit die Häftlinge nicht den Kontakt zur Außenwelt verlieren. Zur Gefängnisseelsorge gehören neben dem Diakon ein katholischer Pfarrer und zwei evangelische Kollegen.

Das beliebteste unter Liesenfelds Angeboten sei die Bibelgruppe, erzählt er. Die Männer lesen Stellen aus der Heiligen Schrift und sprechen dann darüber. „Es geht um das Böse, das Gute, um Heilung und Vergebung,“ erklärt Liesenfeld. „Das sind Themen, die Inhaftierte beschäftigen. Für diese Gruppe muss ich nie Werbung machen.“ Er habe auch Männer erlebt, die bibelfester waren als er selbst. „Wenn jemand schon seit zehn, elf, zwölf Jahren inhaftiert ist – da hat man viel Zeit.“

Etwa fünf bis acht Häftlinge trifft der Ständige Diakon regelmäßig zu Einzelgesprächen. Die Männer wissen, dass die Inhalte vertraulich sind, sozusagen wie bei einer Beichte. „Inhaftierte kommen mit vielfältigsten Anliegen“, sagt Liesenfeld. Zum Beispiel die Bitte um ein Telefonat, um Kaffee oder Tabak. „Oder auch Anfragen, wo es um wirkliche seelische Nöte geht. Um Schulderfahrung, um Suchterfahrung, um Hoffnungslosigkeit, um Depression“, erzählt der Diakon. „All das, was in einem Gefängnis eben anzutreffen ist.“

In der Kirche der JVA flackert eine Kerze. Einatmen, ausatmen. Die Häftlinge in Jogginghosen, mit kurzrasierten Haaren und Tätowierungen, halten ihre Augen genauso geschlossen wie die Ehrenamtlichen in ihrer Freizeitkleidung. Kein Runzeln auf der Stirn, keine Bewegung, keine Ablenkung. Stille.

Boten einer neuen Zeit

Der Dienst des Diakons gliedert sich in Caritas, Liturgie und Verkündigung. 1968 führte das Erzbistum Köln als erste Diözese weltweit den Beruf des Ständigen Diakons ein: Damals wurden am 28. April die ersten fünf verheirateten Männer im Kölner Dom geweiht. Ihnen sind allein im Erzbistum Köln bislang mehr als 400 weitere gefolgt.

Am 17. Januar feiert das Erzbistum Köln das 50-jährige Jubiläum mit einem Pontifikalamt im Kölner Dom mit anschließendem Festakt sowie einer begleitenden Ausstellung im Maternushaus.

Kirchengebäude und ihre Zukunft
Erzbistum Köln – Umnutzung von Sakralräumen - Ausstellung

Köln. Die Kirchen in Deutschland stehen vor großen Aufgaben.

Viele Kirchengemeinden müssen Strategien finden, wie sie ihren Gebäudebestand an aktuelle und zukünftige Herausforderungen des Gemeindelebens anpassen können.



Am 11. Januar wird in der Kulturkirche St. Gertrud, Krefelder Straße in Köln, um 19 Uhr die Wanderausstellung „Kirchengebäude und ihre Zukunft“ eröffnet. Hier werden die Ergebnisse eines von der Wüstenrot-Stiftung im Jahr 2016 durchgeführten Wettbewerbs zu umgenutzten Kirchengebäuden präsentiert. Außerdem findet dort am 25. Januar um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion statt mit dem Titel „Umnutzung – Sakralraum – Denkmalschutz“. Zu Gast sind Dr. Andrea Pufke, Landeskonservatorin beim LVR-Landesamt für Denkmalpflege im Rheinland, Architekt Prof. Johannes Schilling sowie der Kölner Bischofsvikar und Künstlerseelsorger Prälat Josef Sauerborn. Moderiert wird die Diskussion von Erzdiözesanbaumeister Martin Struck.


Unter den insgesamt 291 Einsendungen des Wettbewerbs „Kirchengebäude und ihre Zukunft“ finden sich viele Beispiele dafür, wie Kirchen und Gemeindezentren als öffentliches Bekenntnis und sichtbarer Teil kultureller Identität erhalten und genutzt werden können. Ein Beispiel stammt aus dem Erzbistum Köln und zeigt die zum Kindergarten umgenutzte ehemalige Christus-König-Kirche in Düsseldorf-Oberkassel/Heerdt. (pek180104-sam)


Herausgeber der Presseinformation: Erzbistum Köln

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